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Theater, Tanz und Spiel – beim Kinder- und Jugendzirkus CABUWAZI hat jeder Talent. Für die wachsende Zirkusgemeinschaft gibt es ab Sommer 2019 dank des Investitionspakts „Soziale Integration im Quartier“ endlich ausreichend kreativen Raum: ein ökologischer Holzbau mit neuen Trainings-, Büro- und Gruppenräumen. Aus demselben Fördertopf wird auf dem benachbarten Abenteuerspielplatz und Kinderbauernhof WASLALA im Kosmosviertel gleichzeitig ein modernes Spielhaus errichtet. Für ein lebendiges und respektvolles Miteinander, für Integration und Vernetzung.

Drahtseilakt oder Sattelkammer?

„Kinder und Jugendliche sollen sich in ihrer Persönlichkeit entwickeln können, dafür gestalten und praktizieren wir Zirkuskunst“, lautet das Credo von CABUWAZI. „Sie lernen, den Anderen zu sehen und umgekehrt dessen Blick zu akzeptieren.“ Das fröhlich klingende Akronym leitet sich von „chaotisch bunter Wanderzirkus“ ab. So lautete der Name im Jahr 1994, als das erste Zirkuszelt im Grenzstreifen von Treptow nach Neukölln aufgestellt wurde. Das sozialpädagogische Konzept sieht für rund 160 Kinder und Jugendliche Trainingsgruppen in zwölf verschiedenen Disziplinen vor – Akrobatik, Drahtseilartistik, Jonglage oder Trampolinspringen. Weitere Zirkuskurse für etwa 65 Kinder werden in Zusammenarbeit mit Schulen und Flüchtlingsheimen angeboten.

160 KINDER

Das sozialpädagogische Konzept sieht für rund 160 Kinder und Jugendliche Trainingsgruppen in zwölf verschiedenen Disziplinen vor – Akrobatik, Drahtseilartistik, Jonglage oder Trampolinspringen.

Jungen und Mädchen, die lieber im Freien toben, können sich auf dem naheliegenden Kinderbauernhof und Abenteuerspielplatz ausleben. WASLALA, 1993 als Bauspielplatz gestartet, bietet heute vielseitige Freizeitmöglichkeiten von Klettern über Lagerfeuer, Schnitzen, Werken, Federball bis hin zu Töpfern oder Musizieren. Täglich wird der Ort – dessen Name auf den gleichnamigen Roman von Giaconda Belli zurückgeht und als Inbegriff für ein friedliches Zusammenleben steht – von etwa 30 bis 50 Kindern und Jugendlichen aufgesucht. Der verantwortungsvolle Umgang und das Versorgen von Ponys, Hasen, Schweinen, Schafen und Ziegen in artgerechter Tierhaltung stehen ebenso auf dem Programm, wie Reiten, organisierte Ausflüge und Ferienfahrten.

Durchstarten im Sommer

Die Träger der kooperierenden Organisationen WASLALA und CABUWAZI – FiPP e.V und GrenzKultur gGmbH – setzen bewusst auf gemeinsames Erleben. „Der Abenteuerspielplatz ist ein wichtiger Stabilisator für viele Jugendliche im Quartier“, so FiPP e.V. „Viele sind in Berufe eingestiegen, die sie hier kennengelernt haben.“ Auch bei familiären oder schulischen Problemen stellen beide Einrichtungen eine wichtige Anlaufstelle dar. Ein erstes gemeinschaftliches Zuhause wollen sie Familien bieten, die nach einer Flucht in Treptow-Köpenick angekommen sind. Durch die Raumkapazitäten der neu entstehenden Gebäude lassen sich die pädagogischen und sozialen Angebote im Quartier ausweiten. Noch vor der offiziellen Eröffnung im Sommer werden CABUWAZI und WASLALA die Türen ihrer Neubauten öffnen und am 11. Mai 2019, dem Tag der Städtebauförderung, erste Einblicke gewähren.

Budgets zum Wohlfühlen

Die Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen. Jeder eingesetzte Euro für ihre kindgerechte Entwicklung und ihr Heranwachsen in respektvoller Umgebung stellt eine nachhaltige Investition in eine stabile Gesellschaft dar. „Wir sind sehr glücklich, dass wir demnächst über mehr Raum verfügen, es erleichtert uns die pädagogische Arbeit vor Ort ungemein“, so Annette Hübner, die Leiterin von WASLALA. Die Fördersumme des Investitionspakts „Soziale Integration im Quartier“ beträgt eine knappe Million Euro für den Neubau des Hauptgebäudes. Bereits die vorbereitenden Maßnahmen wurden mit 50.000 Euro aus dem Projektfonds „Soziale Stadt“ finanziert. Das neu gestaltete Spielhaus verfügt über eine Kreativwerkstatt, ein Büro, einen Besprechungsraum, zwei Aufenthaltsräume, einen separaten Raum für die Reiterkinder, eine Umkleide, eine Küche sowie die notwendigen Sanitärräume. Eine moderne Boulderwand an der Fassade lädt Kletterfreunde ein, sich nach Kräften auszuprobieren. Durch die Überdachung dieses Außenbereichs entsteht eine kleine Bühne für Aufführungen.

Das neue Gebäude des Zirkus CABUWAZI wird mit 2,35 Millionen Euro gefördert. Der ökologische Holzbau verfügt wie ein Zirkuszelt über zwei Türme, in deren luftigen Höhen Trampolinspringer und Drahtseilläufer für Auftritte üben können. Der dazwischenliegende Verbindungsbau beherbergt einen multifunktionalen Gruppenraum, zwei Trainingsräume mit dazugehörigen Umkleiden. Büro und Sekretariat finden im Obergeschoss ihren Platz. Und mehr Fläche bedeutet mehr Angebote:

© Thomas Kierok

Während sich die Kinder ihren Zirkusdisziplinen widmen, können Kulturveranstaltungen, Kurse, Seminare und Nachbarschaftstreffen durchgeführt werden. So werden Orte der Integration und des sozialen Zusammenhalts geschaffen – Wohlfühlraum im gemeinschaftlichen Quartier.